Archive for the ‘Style’ Category

The Tokyo Look Book: Stylish to Spectacular, Goth to Gyaru, Sidewalk to Catwalk

August 23, 2010

The Tokyo Look Book: Stylish to Spectacular, Goth to Gyaru, Sidewalk to Catwalk

From Publishers Weekly

Armed with a PhD in Tokyo street fashion, anthropologist Keet hits the pavement to interview and profile several distinct tribes of fashionable Tokyo youth in this eye-catching style guide. Keet combines her findings with bold graphics, more than 200 color photographs, information on popular shops and brands, and interviews with several Tokyo-based fashion designer to „take the reader beyond the outer layers of clothing and into the minds of the wearers.“ S (more…)

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August 4, 2010

Über das Shin Marunouchi Building habe ich ja schon einige Male berichtet. Ein Bürogebäude, Shopping Center, Dining und Entertainment Center im edlen, modernen und stylischen japanischen Stil. Neulich ist mir ein weiteres Detail aufgefallen. Auf dem Entertainment Floor, aka Marunouchi House, gibt es diese orginell designten Orientierungstafeln… Check it out!

Normalerweise ein "Männchen", aber warum nicht mal ein Totenkopf?

Ein "Frauchen-Symbol" reicht meistens... und eins mit X-Beinen... wir sind in Japan!

Das "No men" ist für den speziellen Schminkraum gedacht...

Wir sind im Entertainment Bereich... und am Freitag legt hier tatsächlich ein DJ auf!

Harajuku People

Juni 12, 2010

Von meiner Mutter als Fasnacht bezeichnet… für uns Kenner einfach nur ein Tag wie jeder andere in Harajuku!

Der Kimono gehört in Tokyo zum Stadtbild.

Die Dinger können wohl nicht selber laufen.

Comupter Club!

Modisch.

Diese Leggins sind hier sehr hip.

Hippie Style.

Nachdenklich.

DJ.

Beauty & Youth.

Sommerlich.

Makeup.

Konversation im Gehen.

Aha!

Model Agent.

DJ No. 2.

Viel gesehen.

Hello Pumpkin.

Let's make some earrings.

And hats!

Peace! Love!

Caramel Latte

April 28, 2010

Ich weiss jetzt nicht genau wie speziell das ist, aber neulich sind mir in der örtlichen Drogerie die Haartönungen aufgefallen. Reich beschmückt und kitschig wie immer… aber die Markennamen und Namen der Haarfarben sind eher speziell. Custard Brown, Classic Chocolate, Pinkbeige, Apricot Chocolat, Jewelry Pink, Sakura Creamy, Nama (roh) Caramel Latte…

KASUTAADO BURAUN (Custard Brown)

"Chocolat" bitte französisch aussprechen.

APURIKOTTOSHOCORA, JUERIIPINKU

SAKURA KURIIMI, NAMA KYARAMERU RATE

Mit den Blues Bothers ins Parkhaus

März 6, 2010

Diese Coolios mit den Hüten und weissen Handschuhen sind nicht etwa die japanischen Blues Brothers, sondern die Parkhaus Attendants vom Omotesando Hills Shopping Center. Sonst tragen die ja immer entweder sone Art Polizeiuniform oder einen Technooutfit. Aber Omotesando Hills ist eben von A bis Z durchgestylt.

Achtung, jetzt kommt der Moonwalk.

Neulich in Tokyo

Februar 12, 2010

Wieder einmal eine relativ lose Sammlung von Fotos, die sich in den letzten paar Wochen so angesammelt haben.

Tokyo Tower im Februar.

Auf dem Weg nach Roppongi - das Noa Gebäude. Der Polizeibus steht dort, weil sich etwas weiter oben die russische Botschaft befindet.

Boden ist teuer! Da baut man besser in die Höhe, egal wie dünn. Gegenüber von Tokyo Midtown.

Platz für eine Abstellkammer.

Die Tokyu Toyoko Line auf dem Weg von Daikanyama nach Shibuya.

In Shibya vor einem Wettbüro.

Billboards in Aoyama.

Velo Garage wie wir Schweizer sagen.

Hippe Stores in Aoyama.

Nachmittagssonne.

In Harajuku.

Takeshita Dori.

Death Trap ID: cooler Name für einen Laden!

Do Judge a Book by its Cover

Januar 21, 2010

Die Japaner haben einfach Style! Die Bücher, die hier gelesen werden, werden oft in schicke Buch-Covers verpackt. So macht man auch beim Lesen eine gute Figur! Die Bookcover-Kultur, wurde sogar im Heft des Stylegurus Tyler Brulé erwähnt (Monocle).

Book Covers im Loft in Shibuya.

Bōsōzoku 暴走族

Januar 16, 2010

Neulich konnten wir Bōsōzoku in Aktion erleben! Auf dem Highway von Narita im Limousine Bus, wurde es auf einmal sehr laut. Um uns fuhr eine laute Horde von Motorrad-Freaks. Etwa 15 Minuten lang wurde unser Bus von einer Horde langsam fahrender und lauter Freaks tyrannisiert. Die sogenannten Bōsōzoku (violent running tribe) sind japanische Motorrad Gangs mit getunten Motorrädern.

Ich hab schon früher mal von diesen Gangs gehört, hab sie aber noch nie live gesehen. Zum Glück habe ich in allen Lebenslagen meine Lumix mit dem 12 fach Zoom dabei.

Auch hier ist wieder witzig wie sogar die etwas böseren und härteren Typen in Japan (wie die Dancing Elvisses) eine von A bis Z durchgestylte und organisierte Subkultur bilden.

Im Wikipedia Artikel kann man mehr zum Thema Bōsōzoku lesen.
Aber nur hier findet Ihr die originalen Actionpics!

Typisch für Bōsōzoku sind die langen Sitzlehnen an den Motorrädern.

Es werden immer mehr!

Man achte auf die Auspuffs! Die Mitglieder dieser Gang scheinen die gleichen Jacken zu haben.

Fancy.

Man Bag

Dezember 2, 2009

Hier in Tokyo läuft jeder gestylt rum! Ob man mit dem Stil einverstanden ist oder nicht… jeder überlegt sich zumindest etwas bevor er oder sie auf die Strasse geht. Auch die Männer sind hier sehr modisch. Für meinen Geschmack eher etwas zu feminin… aber man könnte es durchaus auch männlich-metrosexuell nennen (wie Beckham eben). Was mir immer wieder auffällt sind die Taschen der Männer hier.  Für mich gibt es nicht schöneres, wenn ich mal ohne Tasche (dafür mit vollgestopften Hosentaschen) aus dem Haus kann. Aber auf Tokyos Strassen scheinen Handtaschen auch für Männer ein erstrebenswertes Accessoire zu sein.

In den 80er Jahren zu Zeiten der Börsenblase war es noch spezieller. Damals liefen die Neureichen Businessmänner mit kleinen Ledertäschchen am Handgelenk rum. In diesen Täschchen befand sich meistens neben der Brieftasche und einer Schachtel Zigaretten ein fetter Stapel 10’000 Yen Noten! Vor der Linse hatte ich sie noch nie, aber es gibt sie immer noch die Funky Täschchen von damals.

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Coole Tasche! Das Foto stammt noch aus dem Oktober.

Handystrap

September 5, 2009

Hier in Japan sind die Handys nicht nur exzessiv dekoriert, jedes Handy hat auch mindestens einen Anhänger. Die Auswahl an Handystraps ist unbegrenzt! Der Mobilanbieter Softbank (vorher Vodafone in Japan) wirbt zur Zeit gerade in einer speziellen Kampagne mit einem übergrossen Handystrap. Es handelt sich um den unten abgebildeten weissen Hund. Der Hund und der Herr auf dem Plakat sind die Stars der Fernsehwerbung von Softbank. Der Hund ist der Vater, der Herr auf dem Poster der grosse Bruder und dann gibt es noch die Schwester und die Mutter. Der Hund kann natürlich sprechen und macht in den Werbespots lustige Sprüche.

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Sprechender Hund als Handystrap.

Neulich in Shibuya.

Neulich in Shibuya.

Summer in the City

August 20, 2009

Mittlerweile ist es Sommer und die Tortur für die vielen „Salary-Men“ in ihren meist schwarzen Anzügen beginnt. Tokyo liegt etwa auf der Höhe von Athen und nebst sehr heissen Temparaturen ist es hier im Sommer auch sehr feucht. Meine zu Hause schön frisierten Haare werden nach ein paar Minuten an der „frischen“ Luft zu einer wirren Lockenpracht. Für einmal werde ich wohl meinen sechs-Wochen-Friseur-Rythmus, den ich mir hier nun gewohnt bin, nicht einhalten können. Es hat einfach keinen Sinn. Shimada-san, mein Stylist wird hoffentlich verstehen, dass Ausländerfrauen manchmal nicht immer der Tokyoter-Norm entsprechen.

Doch in dieser Zeit legen auch viele Tokyoterinnen ein eigenartiges Verhalten an den Tag. Die raren, von mir sehr geliebten öffentlichen Schwimmbäder werden von den Einheimischen mehrheitlich gemieden. Sonnenbaden ist für die meisten tabu! Der „Summer Bargain Sale“ dagegen wird von den Tokyoterinnen heiss geliebt und ist eine willkommene Gelegenheit auch bei schwül-heissen Temparaturen ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Shopping, nachzugehen.

Ein blasser Teint scheint für die Tokyoterinnen nämlich immer noch äusserst erstrebenswert zu sein. Davon zeugen nicht nur die vielen Kosmetikprodukte mit „whithening“ Effekt, die es hier überall zu kaufen gibt und mich jeweils dazu zwingen, nur Produkte mit englischem Beipackzettel zu kaufen, sondern auch die teilweise etwas sonderbare Kleidung.

Nicht nur ältere, nein auch viele junge und äusserst trendy gekleidete Frauen tragen häufig ein „Sonnenschirmchen“ mit sich herum und verunstalten ihr Outfit mit Stulpen für Beine und Arme, Schals und Handschuhen.

Sommer-Sonnen-Schirme, das „Must have“ für die Tokyoterin

„Office-Ladies“ mit Sonnenschirm in ihrer Mittagspause in der Marunouchi Area

Hier hat ein sonngengebräunter Teint keine Chance

Übrigens, Japan ist sehr vorbildlich, was die Ökoeffizienz angeht. Dies durch das rigorose staatliche Eingreifen. So wurde beispielsweise das „Cool Biz“ Programm eingeführt, das bedeutet, dass im Sommer in den Büros keine Krawatten und Jackets getragen werden sollen, um die Klimaanlagen weniger aufdrehen zu müssen. Eine sehr erfolgreiche Massnahme, wie in der Japan Times nachzulesen ist. Leider gibt es kein staatliches Programm für Frauen, das vorschreibt, im Sommer doch einfach etwas leichtere Kleidung zu tragen anstelle sich mit sonderbaren Accessoires auszustatten und sowieso, ein bisschen Sonne ist doch einfach gut fürs Gemüt.

Fashion Food

Juli 26, 2009

Die sommerliche Hitze in Tokyo macht natürlich auch Appetit auf leichtes Essen. In Tokyo gibts eine hervorragende Auswahl an herrlichen, unglaublich schön präsentierten und perfekt ausschauenden Früchten. Leider stockt einem bei näherem Hinsehen erst mal der Atem. Kann es sein, dass man hier für einen – ich gestehe perfekt ausschauenden – Apfel 300 Yen (ca. 3 CHF) zahlen muss? Und für eine Wasser-Melone scheinen 2000 Yen (ca. 20 CHF) auch keine Seltenheit zu sein? Dabei erstaunt auch, dass das bereits geschnittene und direkt zum Verzehr gedachte Obst billiger ist als nicht verarbeitete Früchte. Der Grund ist, dass dazu auch weniger perfekt ausschauendes Obst verwendet werden kann.

Um das zu verstehen, muss etwas über das Einkaufsverhalten der Tokyoter gesagt werden. Die Liebe zum Detail und der Hang zur Perfektion machen auch vor Lebensmitteln nicht halt. Nie und nimmer würden sie schrumpfliges Gemüse kaufen, auch wenn das mit Bio-Qualität angepriesen wird.

Zudem werden Früchte nicht nur mit viel Liebe präsentiert, sondern auch mit Hingabe genossen. Meistens erlaubt es die Grösse (Äpfel oder Pfirsiche sind hier riesig) auch nicht, sie ohne vorher schön zu preparieren zu essen. Nicht selten werden Früchte hier auch als Geschenk mitgebracht. Ein übrigens recht grosszügiges Mitbringsel!

Sun Fruits“, ein Früchte-Shop im angesagten „Tokyo Midtown“-Komplex

Früchte werden hier wie Schmuck präsentiert

Eine Kleinigkeit als Mitbringsel für die nächste Dinner-Party für 12’800 Yen (ca. 128.- CHF)

Dabei kennt man hier auch keine Skrupel, etwas in Mutter Natur einzugreifen. Beispielsweise sind eckige Melonen hier in jedem besseren Supermarkt anzutreffen.

Eckige Melonen lassen sich nun mal besser als Geschenk verpacken

Wer hat gesagt, dass Melonen rund sein müssen?

Esswaren müssen hier jedoch nicht nur perfekt ausschauen, sondern auch gut schmecken. Wer hier in Japan schon einmal Gemüse und Früchte probiert hat, staunt wie aromatisch und knackig alles ist. Für mich war der Fall eigentlich klar; es kann sich hier nur um chemisch gezüchtete, künstlich aromtisierte Früchte handeln. Doch ein japanischer Kollege hat mich aufgeklärt. Früchte und Gemüse werden in Japan mit erdenklich viel Hingabe und Liebe angebaut, gehegt und gepflegt und Japan geniesst in ganz Asien einen hervorragenden Ruf dafür. Meinen täglichen kleinen „Luxus“ eines japanischen Apfels kann ich mir also weiterhin ohne schlechtes Gewissen gönnen ohne einen Gedanken an die schrumpfligen kleinen Bio-Äpfel aus der Heimat zu verlieren.

Marunouchi Park Building 丸の内パークビル

Juli 5, 2009

So jetzt komme ich endlich einmal dazu etwas über das neuste Gebäude in Marunochi zu schreiben. Wie bereits erwähnt handelt es sich um das Marunouchi Park Building. Leider ist die Eröffnung erst im September, aber neulich wurde zumindest ein Teil des Gebäudes zugänglich gemacht. Für mich ist das Gebäude der Inbegriff des Tokyo-Stils. Neu aber nicht futuristisch, edel aber nicht prunkvoll, gross aber nicht überdimensioniert… einfach stilvoll!

Das Land des Marunouchi Quartiers wurde nach der Meiji Restauration von Mitsubishi gekauft in dessen Besitz es noch heute ist. Im Park Building befindet sich jetzt der teuerste Büroquadratmeter von Tokyo!

Übrigens, beim Park Building handelt es sich um das Gebäude bzw. um die Baustelle, die schon von einer befreundeten Bloggerin entdeckt wurde. So schliesst sich der Kreis wieder.

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Das alt aussehende Gebäude vor dem Hauptower, wurde nach dem ältesten Bürogebäude in Marunouchi nachgebaut.

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Viel Grün.

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Mehr Fotos dann von der Eröffnung...

Regenstiefel mit Style

Juni 30, 2009

Juni bedeutet Regenzeit in Japan, das heisst, es kann tagelang aus Kübeln schütten. Dieses Jahr scheint das Wetter etwas anders zu spielen, denn abgesehen von vereinzelten Regentagen sind wir von sinnflutartigen Regenfällen bis jetzt verschont geblieben. Eins ist mir an diesen wenigen Dauerregen-Tage jedoch klar geworden, die Tokyoterinnen haben sich mit dieser Zeit bestens arrangiert.

Schlechte Laune oder leere Strassen wegen Regen? Fehlanzeige! Regen wird hier als (Style-)Ereignis gesehen für das frau sich entsprechend austattet. (Man kauft für den Sommer oder für eine Yoga Stunde ja auch die entsprechende Kleidung.) Wie die Tokyoterinnen zeigen, können nasse Haare oder Füsse und somit schlechte Laune vermieden werden – und zwar mit Style. Zu Prada Kleidern, Hotpants und Gucci Handtaschen werden hier selbstverständlich Gummistiefel getragen. Das Angebot ist riesig und auch einige Designer wie Burberry’s oder Chanel haben diese Marktlücke erkannt.

Tokyoterinnen lieben die Vorzüge von Gummitstiefeln.

Nebst Gummistiefeln umfasst das Angebot an Regenkleidung der bekannten Designer auch Mäntel, Hüte und natürlich Schirme. Aufgrund der warmen Temperaturen im Juni verzichten die Tokyoterinnen auf Mäntel (obwohl jede den Trenchcoat sowieso im Schrank hat). Vervollständigt wird die Garderobe jedoch mit einem exklusiven Schirm. Die kleinen, meist schwarzen Schirme, die wir so praktisch finden, da sie in jede Handtasche passen, werden hier selten gesehen. (Abgesehen davon, dass sie nie in die bereitgestellten Plastike passen, die die Shops an Regentagen für Schirme aufstellen.) Ist Regen angesagt – auf die Vohersagen ist hier Verlass – trägt die Tokyoterin neben der Handtasche ihren Designer Schirm am Arm.

Man fragt sich schon, wie es sich lohnen kann, einen teuren Schirm zu kaufen, der dann entweder gleich irgendwo vergessen geht oder gestohlen wird. Nun, Tokyo gehört bekanntlich zu den sichersten Städten der Welt. Die Leute sind sehr ehrlich. Geklaut wird wenig und viele Restaurants und Shops bieten abschliessbare Schirmbehälter an. Vergessliche haben Glück, dass es hier viele ehrliche Finder gibt, so dass man seine Sachen meist wieder bekommt (mir wurde hier schon mein Handy und meine Kamera wieder zurück gegeben).

Keine Ausrede also, sich den Spass mit tollen Regenutensilien nicht zu gönnen und so Regentagen plötzlich mit Freude entgegen zu sehen.

Hier noch ein paar der neusten Modelle.

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Wie immer ist das Angebot unendlich breit. Hier nur ein kleiner Ausschnitt.

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Etwas schlichter...

Mehr…

Stoff Sushi

Juni 27, 2009

Neulich in Tokyo Midtown entstanden diese Fotos. Beim genauen Hinschauen, sieht man, dass es sich nicht um Sushi, sondern um eine besondere Art handelt, Stoffe zu präsentieren.

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Maguro

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Uni

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Tamago

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Anago

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Issey Miyake in Tokyo Midtown

Schöner Wohnen

Juni 11, 2009

Hier wieder einmal eine meiner „underground“ Beobachtungen. Ab und zu sieht man hier von aussen in die Wohnungen rein und kann die Wohnzimmerbeleuchtung sehen. In Japan scheint man eine ganz andere Vorstellung davon zu haben, was eine heimelige Atmosphäre im Wohnzimmer bedeutet. Die meisten Appartments haben grelle Neonlampen an der Decke. Grauenhaft! Ich kann mir echt nicht erklären wie da Gemütlichkeit aufkommen kann. Die Deckenlampen sind der absolute Renner. In den Elektroläden kann man die Dinger überall kaufen. Unter einer solchen Lampe komme ich mir vor wie im Supermarkt oder auf dem Operationstisch. Ein Deutscher, der hier für eine Deutsche Beleuchtungsfirma  arbeitet, hat mir mal erzählt, dass man hier tatsächlich ein völlig anderes Verständnis (laut ihm = kein Verständnis) darüber hat, was gute Beleuchtung ist. Ein japanischer Arbeitskollege hat mir auch mal gesagt, dass er lieber in Restaurants mit direkter Beleuchtung von oben geht… Naja, aber im Wohnzimmer ist es echt am haarsträubensten. Hier einige Bilder, die ich im Internet gefunden habe.

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Soft Light 🙂

Ok, ok. Hell ist es.

Ok, ok, hell ist es.

Gut gemeint...

Gut gemeint...

Obento

Juni 5, 2009

In Japan kommt man nicht um sie herum – die Bentos! Essen, das in Boxen an Bahnhöfen, in Convenience Stores, in Supermärkten aber auch in Restaurants ab bereits 300 Yen (ca. 3 CHF) zu kaufen ist. Bentos werden entweder kalt oder dann in der Mikrowelle erwärmt (jeder Shop in Japan hat Mikrowellengeräte) gegessen. Basis jedes Bentos ist Reis, manchmal auch Nudeln mit zwei bis drei Beilagen wie Fisch, Fleisch oder Soya, Pickles und Gemüse. Sind die Beilagen variabel, so wird nie auf den kohlenhydratreiche Sättigungshauptbestandteil verzichtet, gehört dies doch zur Grundlage jeder japanischer Mahlzeit. Die Low Carb Bewegung scheint nicht nach Japan rübergeschwabt zu sein. Die Japaner scheinen dies zu verkraften, sieht man hier doch relativ wenig übergewichtige Menschen.

Typisches Bento aus einem Convenience Store wie aus dem „7elven“ im Foto rechts

Bentos werden hier – trotz den gesunden Bestandteilen – eigentlich als „Fastfood“ betrachtet. Gekauft werden sie ja meistens in einem Shop oder an einem Bento Stand am Bahnhof und gegessen wird im Office, im Zug oder an Meetings. Anstelle der gewohnten Sandwich-Meetings, werden hier nämlich Bentos serviert. Zum Glück ist man sich als Schweizer das Essen mit Stäbchen gewohnt, da in der Schweiz alles was asiatisch tönt mit Stäbchen serviert wird (sogar indisches Curry…). Für meine weniger geübten nicht-japanischen Arbeitskollegen waren diese Bentos während den Meetings die reinste Tortur und mit der Zeit rührten sie ihre Bento gar nicht mehr an und hätten viel für ein – ok weniger originelles – Sandwich gegeben.

Bentos in edler Holzverpackung wie wir es auch bei Meetings serviert bekommen haben

Viele Bento Mahlzeiten werden jedoch auch mit grosser Hingabe jeden Morgen von den japanischen Hausfrauen für ihre Kinder zubereitet (man sagt, dass die Reste dem Mann mitgegeben werden). Kinder bringen in der Regel ihre eigenen Lunchboxen mit zur Schule. Dabei wird natürlich verglichen, wer das schöner zubereitete Essen hat. Unter den Müttern bricht dabei häufig ein wahrer Wettbwerb aus, wer die schöneren Bento Boxen herrichtet, denn damit drücken sie ihre Liebe zu ihren Kindern aus. In Warenhäusern und Bento-Shops gibts darum auch Hilfsmittel zu finden, die normale Reisbällchen in lustige Figuren verwandeln.

Bento für Kids mit herzigen Figuren und entsprechender Box und Stäbchen

Home-made Bento Box

In den Shops werden Bentos meist in Plastik-Boxen verkauft; edlere Varianten können aber auch aus Holz sein. Aestethik spielt aber – vor allem bei den Bentos, die man von zu Hause mitbringt – auch hier eine grosse Rolle. Es erstaunt also nicht, dass es ganze Abteilungen von Bento-Boxen mit allen möglichen Assessoires zu kaufen gibt, die die Bedürfnisse von Schulkindern, jungen Ladies und Salary Men decken.

„Hello Kitty“ ist auch bei Bento Boxen und Stäbchen allgegenwärtig

Dekoden

Juni 1, 2009

Handys sind auch hier in Japan das wohl wichtigste Accessoire. Wer jedoch genauer hinsieht, dem fallen zwei Sachen auf: telefoniert wird hier nur selten und jedes Handy wird individuell verschönert.

Zu ersterem lässt sich sagen, dass Telefonieren im öffentlichen Raum eine Seltenheit ist. Im Zug ist es gar verboten („Please switch your mobile phone to silent mode and refrain from talking on the phone“) und an anderen Orten wie beispielsweise im Restaurant wird es vermieden so gut es geht oder dann hält man die Hand vor den Mund und spricht leise. Auf keinen Fall möchte man die anderen Mitmenschen mit seinem Telefonat belästigen. Von sinnlos wichtigen Gespräche vom Nachbarn wie „ich bin grad im Zug“ wird man hier verschont. Trotzdem: kaum sind die Japaner im Zug oder im Restaurant wird das Handy hervorgeholt und Emails geschrieben, Fernsehen geschaut oder im Internet gesurft. Das Handy ist immer dabei und wird zum wichtigen Accessoire und somit wird auch das Aussehen nicht dem Zufall überlassen.

Jede und jeder Handybesitzer hat mindestens einen Anhänger („strap“) am Handy. Das geht von „Hello Kitty“ über Seidenkissen zum Handy putzen bis zu Prada Anhängern. Und diesen Spass erlauben sich nicht nur Teenager sondern auch Erwachsene und zwar vom einfachen Angestellen bis zum Chef.

Handy Straps: Süsse oder edle mit Swarovski Steinen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

Anhänger reichen den meisten jedoch nicht aus. Blinken und glitzern soll es. Vor allem junge Frauen verzieren ihr Handy mit Glitzersteinen oder winzigen plastik Torten-, Blumen- und anderen Formen. Dieser Trend, auch „Deco-Den“ genannt (Deco=Decoration, Den=Denwa, japanisches Wort für „Telefon“) ist nicht nur sehr zeitaufwendig (die Steine müssen mit grosser Präzision aufgeklebt werden und lassen sich anschliessend nicht mehr entfernen), sondern kann auch teuer sein, vor allem dann, wenn man sich sein Handy professionell verschönern lässt. Und auch bezüglich Qualität der Verzierungen bleiben keine Wünsche offen; Swarovski Steine sind keine Seltenheit.

Hier einige süss-kitschige Beispiele

Natürlich gibt es auch bereits vorgefertigte Deco-Hüllen. Aber für alle die, die es selber machen wollen; so wird es gemacht: Dekoden

Es gibt sogar ein Magazin, das sich auf Handy-Dekorationen bezieht

Der ganze Deco Spass geht jedoch noch weiter. Fotokameras, iPods, Make-up Dosen etc. sind ebenfalls beliebte Objekte der Deco freudigen Japanerinnen.

Noch mehr Deco-Den…

Kakimoto Arms

Mai 29, 2009

Hinter diesem etwas komischen Namen verbirgt sich etwas ganz Besonderes: Etwa alle sechs Wochen gehen die Tokyoter zum Friseur, egal ob der Schnitt noch gut sitzt oder nicht. Unvorteilhafte “Übergangsphasen” kennen die Tokyoter nicht. Vielleicht ist auch dies die Erklärung für die hohe Friseur-Salon Dichte in Tokyo. Die Vielfalt ist faszinierend. Einige Salons besitzen sogar automatische Haarwaschmaschinen.

Zusammen mit meiner Kollegin Yuko, deren Haare immer perfekt frisiert sind, besuche ich regelmässig Kakimoto Arms an der noblen Ginza. Gemäss Yuko, ein Salon für ‘grown-ups’, passend zur Atmosphäre in Ginza, wo sich alle grossen und kleinen Designer Namen einen Flagship-Store leisten.

Kakimoto Arms an der Ginza

Die Abläufe eines Besuches sind strukturiert vorgegeben und auch auf deren Internet Seite nachzulesen. Typisch für die Japaner, die gerne jegliche Art von Überraschung vermeiden möchten. Für mich nicht ganz nachvollziehbar, denn ist es nicht klar, dass man erst die gewünschte Frisur bespricht, bevor es ans Schneiden geht?

Reception und Fusspflege-Raum

Erster Schritt beinhaltet das Einchecken an der Reception (aha), die dem Empfang eines Luxushotels gleichzusetzen ist und einem sogleich ein Gefühl von Entspannheit vermittelt. Dort erhält jeder Kunde einen Schlüssel für seinen persönlichen Locker, in dem sich nebst flauschigem Bademantel und Pantoffeln auch ein kleines Willkommens-Briefchen vom Hairstylisten befinden. Es fühlt sich herrlich an, aus den Alltagskleidern zu steigen und sich in einen bequemen Bademnatel zu kuscheln.

Bademantel, Pantoffeln und ein persönliches Briefchen vom Stylisten, in dem er nochmals das gebuchte Programm bestätigt und mitteilt, dass er sich freut, dass er mir heute einen schönen Haarschnitt machen darf…

Weiter gehts zur Besprechungs-Area, wo wir vom Stylisten und seiner Crew auch schon empfangen werden. Die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten sind klar geregelt und für jede Tätigkeit ist eine andere Person zuständig. So kümmern sich etwa vier Leute rührend um mich – und dies obwohl ich nur einen simplen Haarschnitt gebucht habe. Beim Haarewaschen wird mir ein warmes Tuch für den Nacken hingelegt und eine Decke über meinen Bademantel ausgebreitet, sollte ich zu frösteln anfangen. Shimada-san, der Stylist, kann so zur gleichen Zeit mehrere Kundinnen bedienen, da er für alle nicht zentralen Tätigkeiten seine Leute einsetzt. So wirbelt er mit voller Aufmerksamkeit zwischen den Kundinnen hin und her, schafft es aber am Schluss mit seinem Team jede Kundin individuell am Ausgang mit tiefen Verneigungen zu verabschieden.

Mein Hairstylist Shimada-san

Obwohl an der Ginza gelegen, bezalt man für diese zuvorkommende Behandlung Tokyoter Durchschnitt, was mit ca. 7000 Yen (ca. CHF 70.-) im Vergleich zur Schweiz relativ tief ist. Und Trinkgeld ist in Japan sowieso überall ein “No-Go”. 70 CHF! Nochmal, wir sind hier nicht in Thailand, sondern im hochentwickelten Japan in der teuersten Gegend der Stadt (keine Ahnung, wie diese Rechnung aufgeht)

Dass mein nächster Besuch in etwa sechs Wochen nicht vergessen geht, dafür wird mein Hairstylist sorgen, indem er mir in fünf Wochen ein persönlich handgeschriebenes kleines Brieflein nach Hause schickt, um mich daran zu erinnern. Endlich jemand, dem meine Haare nicht egal sind. Keine Chance für Bad Hair Days!

Persönliches Erinnerungsbriefchen von Shimada-san

MODELSize

Mai 25, 2009

Tokyo gilt zwar als das Shoppingparadies schlechtin, für viele westliche Einwohner hört der Spass jedoch bei Schuhen und Kleidern auf. Und dies nicht etwa nur bei etwas korpulenteren Leuten, nein, auch meine 174 cm und Kleidergrösse 38 stellen hier eine besondere Herausforderung dar. Bei Schuhgrösse 24.5 (37) sowie einer Grösse, die 165 cm übersteigt, ist nämlich Schluss. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Besuch in Tokyo vor einigen Jahren, als ich überwältigt von dem Angebot mich mit einigen tollen Kleidern und Schuhen eindecken wollte. Die typisch in japanischen Läden anzutreffende „one size“ ist meistens zu kurz und allfällige weibliche Kurven passen schon gar nicht rein. Leider konnte mich auch die paradisisch vielfältige und grosse Auswahl an Schuhen nicht trösten, da meine Grösse 39 schmerzhaft weit weg von der 37 liegt.

Mittlerweile lebe ich in dieser Stadt und habe mich damit abgefunden, dass Schuhe hier nur zum Anschauen sind. Zara, Mango und Gap etc. sei Dank, kann ich mir auch einmal etwas Neues zum Anziehen kaufen und manchmal passt mir sogar ein japanisches „one size“ Teilchen.

Lange hat mich die Frage beschäftigt, wo die – zwar sehr selten anzutreffenden – grossgewachsenen Japanerinnen sich mit Kleidern und Schuhe eindecken. Nach einigen Gängen durch die riesigen Department Stores habe ich die Lösung gefunden. Man muss erst mal auf die Idee kommen, sich selber als „Model“ zu bezeichnen. Grosse Grössen, zu denen ich mich wohl oder übel nun auch zählen muss, gelten hier nämlich als „Model Size“. Ein Model zu sein, bedeutet hier vor allem gross zu sein. Meist etwas versteckt – wie es bei uns die „Grossen Grössen“ in der Regel auch sind – findet sich im Basement oder im obersten Stockwerk einiger Warenhäuser eine kleine Schuh- und Kleiderabteilung für Menschen jenseits Schuh- oder Kleidergrösse 37 respektive 34. Natürlich kann die Auswahl dort nicht mit dem normalen Angebot mithalten, doch vor allem Schuhe lassen sich durchaus finden.

Modelsize Abteilung OIMODEL im orbersten Stockwerk im Marui (OIOI) Department Store in Yurakucho.

Schuhe gibts hier immerhin bis Grösse 41!

Gleich daneben befindet sich Triumph für die etwas „kurvigeren“ westlichen Frauen…

Trotz der schmeichelhaften Bezeichnung „ModelSize“ ist Tokyo sicher nicht die Stadt für komplexgefährdete westliche Frauen, fühlt man sich doch immer etwas als Elefant im Porzellanladen. Kann man darüber stehen, amüsiert man sich des öfteren über die herzigen japanischen Kleidchen und Schühchen, die von den dünnen Japanerinnen getragen werden. Und um mein Ego aufzupeppeln, gönne ich mir jeweils einmal pro Jahr eine Woche Ferien in den USA, in lovely Hawaii, wo alles etwas überdimensionierter ist, meine Kleidergrösse eher Richtung ’small‘ geht, ich mich mit Schuhen eindecken kann, die meine Zehen nicht verstümmeln und ich mittags mit Genugtuung einen riesen Burger vertilgen kann ohne mich bei all den vielen „Super-Size-Me’s“ schlecht zu fühlen. Aloha!