My My My

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Japan spielt ja zumindest im alltäglichen Umweltschutz nicht gerade eine führende Rolle. Alles wird hier zig-mal verpackt. Um das Gewissen ein bisschen zu beruhigen gibt es das „My“ Prinzip. Zum Beispiel „My Cup“ oder „My Bag“. Das heisst ich bringe morgens bei Starbucks meinen eigenen Tumbler mit (my cup eben).  Oder an der Kasse im Supermarkt gebe ich zu verstehen, dass ich keine Tüte brauche, sondern selber eine dabei habe (my bag).

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Bring Your Own Cup Promotion bei Starbucks.

Besonders bei den „My Bags“ gibt es noch ein spezielles kulturelles Detail: Da es im Supermarkt selbstverständlich zum Service dazugehört, dass man immer eine gratis Tüte zu jedem Einkauf dazubekommt, fällt es den Angestellten schwer unhöflich zu sein und zu fragen, ob man eine Tüte braucht oder nicht. Man will sowieso die Kommunikation auf ein Minumum reduzieren. Kassenkonversationen wie: „Na Frau Soundso, was macht die Gicht“ gibt es hier nicht. Die Angestellten wären hier am liebsten kleine Roboter und verhalten sich zum Teil auch so. Anyway, da man auch dem Kunden keine mühevolle Kommunikation zumuten will, kann man sich an der Kasse eine Karte in den Einkaufskorb legen um non-verbal zu signalisieren, dass man keine Tüte wünscht. (!!!) Man könnte es ja einfach sagen, aber eben…

Da fällt mir gerade noch eine Story ein: Vor einiger Zeit wurde ich bei uns im lokalen Supermarkt von einer Angestellten in gebrochenem Englisch angesprochen. Sie bat mich unter 4 verschiedenen englischen Sätzen, den am grammatikalisch richtigsten Satz auszuwählen. Es ging um das eben beschriebene und unten abgebildete Thema. Auf den „No-Plastic Bag“ Karten im Tokyu Store steht jetzt also mein orginal ausgesucht, hoffentlich grammatikalisch richtiger Satz auf Englisch! Da soll nochmal einer sagen, dass man hier in Japan als Ausländer nichts bewegen kann.

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Und: how did I do?

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My Bag eben!

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