Abrechnungshirarchie

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Die Japanische Business-Welt ist ja bekanntlich eine 24h-Angelegenheit. Wie hier schon erwähnt, wird oft erwartet, dass man am Abend noch mit den Kollegen auf einen Drink mitgeht. Da ich für eine Schweizer Firma arbeite kommt das weniger vor und wenn es vorkommt, dann ist alles freiwillig. Zum Glück. Vor einigen Tagen musste ich aber wieder schmunzeln, als wir an einem Wochentag mit einer ziemlich grossen Gruppe am Abend noch in ein Restaurant gingen. Es war die Abschiedsparty (送別会=Soubestukai) einer Kollegin in einem Restaurant in Ginza. Es war wie immer sehr lustig und ausgelassen. Wie üblich gab es ein im Voraus vereinbartes und zeitlich limitiertes All-You-Can-Eat (食べ放題 = tabehoudai) und All-You-Can-Drink (飲み放題 = nomihoudai) Arrangement. Nach einem solchen Event spaltet sich meistens noch ein kleineres Grüppchen zum sogenannten Nijikai (二次会 = Afterparty) ab. An diesem Abend war als „Zweitparty“ Karaoke angesagt! Die verschiedenen Rechnungen werden meistens von einem Ranghöheren beglichen…. aber danach wird fair abgerechnet. Das Abrechnungssystem ist sehr interessant und vielschichtig. Beim Bild unten handelt es sich um die Abrechnung für diesen Abend. Die anteilbestimmenden Faktoren sind die Anzahl Parties, die besucht wurden (d.h. wer ist noch zum Karaoke mitgegangen), das Geschlecht (Frauen zahlen weniger) und natürlich der Rang in der Firma (Executive Director, Director, Associate Director, etc.).

Die abgebildete Abrechnung verrät also alles über mich. Wie man sehen kann bin ich nicht mit ins Karaoke. Und leider bin ich nur Director. Macht 7’000 Yen. Nicht schlecht oder?

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Akamo-san ist eine brilliante Karaoke Sängerin! Schade, dass ich es verpasst habe.

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