Handbook of Learning Life in Japan

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Bei meinem Besuch neulich im Ward-Office, ist mir dieses Büchlein in die Hände gekommen: Handbook of Learning Japanese and Life in Japan. Ein gefundenes Fressen für mich. Ich hatte erst zu Hause Zeit darin zu lesen, aber ich wurde nicht enttäuscht. Ich denke es zeigt wiedereinmal das etwas verkrampfte, aber durchaus süsse und sympathische Verhältnis von Japan zum Ausland. Einfach abgefahren, was man in diesem Büchlein alles so findet! Meine Auszüge daraus sollen nicht wertend sein. Wie immer finde ich, dass wir uns in Europa einiges davon abschneiden können.(ich gehöre ja eigentlich zu den localized Ausländern, die sich durch andere Ausländer gestört fühlen :-)). Aber die Beispiele zeigen einfach wieder einmal wie enorm anders Japan ist und wie unmöglich es wäre so ewtas in der Schweiz oder in Deutschland zu publizieren.

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Mit verheissungsvollem Manga Teil!

Neben den vielen nützlichen Tips und Tricks über das Leben in Japan, gefielen mir besonders die kleinen Exkurse, in denen auf kulturelle Unterschiede hingewiesen werden soll. Im Folgenden ein paar der besten Zitate und die lustigsten Illustrationen aus dem Buch.

Das erste Beispiel beschreibt eine Szene unter befreundeten Müttern:

Mamatomo (befreundete Mütter): The other day, one of their children did a poop in its diaper. The mother immediately apologized to the host. Ms. B (from South Korea) said she was surprised by the apology because it is natural for a child to go in a diaper. Whether or not you should apologize for a given action depends greatly on the country or region. The level of apology may differ in the same situation from country to country as well. Please pay careful attention to Japanese rules for apologies.“

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In Japan sollte man sich dafür entschuldigen!

Das nächste Beispiel ist auch krass! Eine bewusste Unterstreichung des Stereotyps:

„Nein“ Sagen: In Japan, you are sometimes asked to go for a drink after work with your boss or coworkers. Very often the subjects talked about over drinks are about work. Because it is after work hours, you might think you should be able to say no if you wanted to but… (…) Although „nominikeeshion“(Anm. von mir: nomi = trinken, keeshon = cation (von Communication) = Kommunikation durch Trinken) (socializing over drinks) has been decreasing in recent years, accepting an invitation for a drink may be viewed as a type of „insurance policy“ for your work.

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Will man seinen Job behalten, muss man am Abend besser mit dem Chef trinken gehen (sieht ganz so aus als ob dieser Chef etwas Wichtiges zu besprechen hat).

Das nächste Beispiel ist auch wieder sehr komisch. Im Text zum nächsten Bild geht es geht um eine Frau aus Korea, die nach der Entbindung erwartet hat, dass sie wie in Korea für eine Weile nur Suppe isst (to promote sweating and improve circulation). In Japan isst man aber nach der Entbindung normales Essen, das die Koreanerin als zu schwer empfindet. Der Text gibt den folgenden Ratschlag:

The key is balance: (…) What you need to do is to strike a balance. Ms. C (die Koreanerin) said that after she left the hospital, she had nothing but soup for a while at home.

Also: wenn du im Krankenhaus nicht das bekommst was du erwartest, dann akzeptiere, dass es anders ist und befolge deine Regeln wieder, wenn du zu Hause bist. Komisches Beispiel oder?

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Suppe oder Washoku?

Das nächste Kapitel erklärt die bekannte Wichtigkeit von körperlichem Abstand in Japan. Am Schluss des Textes dann aber doch noch ein Zugeständnis:

Greetings and distance: (…) Still it is a universal fact that the physical distance between people in love almost disappears.

Süss oder?

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Ich glaube ich versuche mal die rechte Variante und schau mal was passiert 🙂

Im nächsten Kapitel geht es um Self-Introduction. Die Key Message: spiel dich in Japan nicht zu sehr auf!

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Take a bow.

Der nächste ist auch gut:

Meaning of an apology:  (…) In type A culture, apologizing means to accept one’s fault and be prepared to compensate other party. In type B culture , people consider the first step of apologizing is to acknowledge that you offended the other party. Taking responsibility is another matter. Japan is type B culture.

Da soll mal einer durchblicken… Ich sag jedenfalls in jedem Satz mindestens einmal „sumimasen“ (= Entschuldigung).

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Sumimasen.

Klar, in verschiedenen Kulturen, gibt es auch unterschiedliche Auffassungen darüber, was laut ist. Das Geräusch eines zu lauten Kopfhörers und das laute Schlürfen im Soba Restaurant.

The way we feel about sounds: (…) Please note what kind of sounds offend Japanese people, and what kinds of sounds don’t. You may be able to see something that cannot be explained merely by the loudness of sound“

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Lautes Schlürfen ist ok!

Am Schluss des Hefts gibts dann wie gesagt noch ein paar Seiten Manga. Die Story handelt von einer Ausländerin, die nach Japan kommt, um die Manga Kunst zu erlernen…

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Das ist mein Daumen.

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