Ward Office

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Neulich musste ich in hochoffizieller Mission ins Ward-Office. Das ist sowas wie das Rathaus oder Stadtverwaltungsgebäude. Tokyo ist ja eigentlich gar keine Stadt, sondern eine Art Präfektur Japans, die aus 23 Städten  (0der Sonderbezirken) (genannt „ku“) besteht. Wir wohnen in Shinagawa-ku. Folglich musste ich nach Oimachi (wo ich vor fast 20 Jahren jeweils zur Deutschen Schule nach Omori umsteigen musste) ins Shinagawa Ward Office (Kuyakusho).

Die Verwaltungs-Experience hier in Japan ist faszinierend. Es fängt beim absolut hässlichen (an Nordkorea anmutenden) Gebäude an (siehe Foto). In der Schweiz sind die öffentlichen Gebäude immer die schönsten. Shinagawa-ku hat einen relativ hohen Ausländeranteil (immerhin rund 3.5%), trotzdem spricht hier fast gar keiner Englisch. Alle sind natürlich sehr freundlich und hilfsbereit, aber die Sprachbarriere macht einen Besuch auf dem Ward-Office ziemlich schwierig. Bei meinem Besuch dachte ich, dass ich alles habe, was ich für einen Besuch mit möglichst wenig verbarler Kommunikation brauche, aber dem war nicht so. Zum Glück hab ich das Survival Japanisch jetzt einigermassen drauf. Mir wurde erklärt, dass ich ein riesen Formular ausfüllen muss… und zwar auf Japanisch (Kanji und alles). Nachdem ich dann zu verstehen gegeben habe, dass ich das schlichtweg nicht kann, hat mich der Beamte gefragt ob ich wenigstens Katakana beherrsche (was zum Glück der Fall ist).

Die Büroatmosphäre in diesem Ward-Office ist auch ziemlich interessant. Im Grossraumbüro gibt es pro ca. 30 Mitarbeiter nur einen PC. Das ist im vermeintlichen Land der Computer schon extrem. Von verschiedenen Leuten habe ich schon gehört, dass in Japan die Computerisierung im privaten- und Entertainment Bereich sehr weit fortgeschritten ist… in den Büros aber ist es so wie bei uns in den 80er Jahren. Das Ward-Office ist jedenfalls ein Beispiel, bei dem das voll zutrifft.

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Pyongyang oder Tokyo?

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