Koto – Achtung Explosionsgefahr

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In diesen Tagen läuft in den Warenhäusern von Tokyo eine besondere Hintergrundmusik. Koto ist eine Art japanische Zitter mit einem für unsere Ohren doch eher exotischen Klang. Wer sich eine Gehörprobe geben will, kann dies bei Wikipedia tun.

Die Kotomusik in den Kaufhäusern von Tokyo erinnert mich immer an meine Mutter! Als wir Anfang der 90er Jahre für unseren ersten Japanaufenthalt nach Tokyo zogen, war der Alltag eine echte Herausforderung. Besonders für meine Mutter. Wir wohnten damals in einem kleinen Übergangsappartment in Gotanda und meine Mutter musste mit vier anspruchsvollen Kindern den Alltag bestreiten (während der Vater bei der Arbeit weilte). Da kann schon mal die eine oder andere Frustration hochkommen. Wenn man gereizt ist, hilft die Kotomusik nicht unbedingt.

Ich kann mich noch gut an eine Szene erinnern. Meine Mutter steht im Untergeschoss des Tokyu Kaufhauses in Gotanda und sucht verzweifelt ein bestimmtes Produkt, kann es aber in den vielen (auf japanisch angeschriebenen) Regalen nicht finden. Da sie kein Japanisch spricht und niemand English, kann sie auch niemanden fragen. Ihr Frust wird von der relativ lauten Kotomusik angetrieben. Meine Mutter im O-Ton: „Weisst du, diese Musik treibt mich fast in den Wahnsinn! Manchmal ich würde ich am liebsten einen Japaner packen und schütteln …“ Es blieb bei der verbalen Frustration. Aber Koto kann echt nerven! Apropos nerven. Kennt Ihr schon dieses Buch? Anyway, ich war kürzlich am Ort der beinahe Explosion 🙂

Good old Gotanda, noch fast wie damals...

Good old Gotanda, noch fast wie damals...

Der Ort des Geschehens. Das Tokyu Kaufhaus in Gotanda.

Der Ort des Geschehens. Das Tokyu Kaufhaus in Gotanda.

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