Community Service

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Heute wollten wir einmal das nicht weit entfernte lokale Community Pool ausprobieren. Wir machten uns zu Fuss in Richtung Meguro Fluss auf, an dessen Ufer das Pool steht. Eine durch und durch japanische Erfahrung.

Der Eintritt ist nur 200 Yen. Man kauft ein Ticket an einem Automaten und begibt sich in den Umkleideraum, der voll mit Badegästen ist und wo der Locker 10 Yen kostet. Die erste Eigenheit war nun: Wenn man etwas zum Pool mitnehmen will, wird das recht schwierig. Der einzige Zugang zum Pool führt durch eine nicht zu umgehende „Duschstrassse“. Man wird (ob man es will oder nicht) von allen Seiten mit warmem Wasser abgespritzt, bevor man den Poolbereich betritt. Die Dusche wird durch eine Lichtschranke ausgelöst. Es gibt also kein Entrinnen. So kann man sich auch vorstellen, dass die meisten Leute im Poolbereich kein Badetuch, kein Buch, keine Zeitschrift, einfach nichts dabei haben. Wir konnten unsere Tücher dann aber doch halbwegs an der Zwangsdusche vorbeitschmuggeln… aber bezüglich der mitgebrachten Metropolis Zeitschriften bekamen wir dann von der Bademeisterin doch einen Rüffel. Nicht erlaubt!

Das geht ja alles noch. Aber: das Lustigste ist, dass jede Stunde um 10 vor alle Leute für 10 Minuten aus dem Pool müssen, damit die Bademeister genau inspizieren können, ob nicht irgendwelche Leichen oder gefährliche Gegenstände im (an jeder Stelle nicht tiefer als 1m) Pool liegen. Das ginge ja auch noch, aber zusätzlich zu den zwei Bademeistern, die das Pool vom Rand aus inspizieren, gibt es noch einen TAUCHER, der im ziemlich überblickbaren Pool nach Leichen sucht!!!!!! Und das jede Stunde. Krass. Naja, zumindest passiert so nie etwas, aber ein bisschen komisch ist das schon.

Hier das Pool im Inspektionszustand.

Generell hat Tokyo extrem gute Community Services. Das ebenfalls im gleichen Komplex wie das Pool gelegene Fitness Center kostet auch nur 200 Yen Eintritt. Lustig ist nur, dass es neben den Getränkeautomaten im Eingangsbereich des Fitness Centers auch einen Zigarettenautomat gibt (?!).

Im Community-Komplex gibt es auch ein eigenes kleines Restaurant, wo man extrem günstig zu einem Mittagessen kommt. Hier im Bild die Spagetti für nur 500 Yen! Übrigens, da man in Japan Überraschungen hasst, sind in vielen Restaurants die Gerichte als Plastikimitate in einem Schaufenster ausgestellt.

Wir haben uns dann aber doch entschieden, ein Green Curry im hippen „Combine“ in Nakameguro zu essen.

Auf dem Rückweg kamen wir dann in ein extrem heftiges Sommergewitter mit Hagel und mussten in ein Taxi ausweichen.

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